Der Lechweg bei facebook

Was war, was ist, was wird...

Am Anfang war die Idee – wie eigentlich immer. Schon lange wollte man im Lechtal eine Art »Panoramaweg«. Doch mit damals 13 Tourismusämtern zwischen Steeg und Reutte war

das kaum unter einen Hut zu bringen. Doch in zwei Schritten entstand schließlich der eine »TVB Lechtal« und der eine »TVB Reutte«– und bei den Nachbarn hatte sich auch einiges getan: Lech und Füssen waren interessiert. Michael Kohler, von 2012 bis 2015 Obmann des Vereins, erinnert sich noch an die großartige Stimmung auf einer Sitzung: »Alle waren sich einig, das machen wir!« Statt der üblichen Bedenken gab es entschlossene Einigkeit. Gleich wurde begonnen, an der Wegführung zu arbeiten – bis man doch einen Experten dazuholte: »Der fand das alles gar nicht gelungen«, erzählt Kohler. Mit Stefan Prielipp änderte

sich einiges an der Route, der Weg kam näher an den Fluss und wurde »kuratiert«. Nicht inszeniert, das war allen wichtig. Und es war auch klar, ohne Förderung würde das alles nicht zu stemmen sein. Um die kümmerte sich Günter Salchner von der Regionalentwicklung Außerfern mit genauso viel Geschick, wie auch Herz und Erfolg. Man merkt: Es hängt alles immer an den Menschen! Und die trafen sich wirklich aus allen Bereich auf dem Weg zum Lechweg. Die designgruppe koop schuf das visuelle Erscheinungsbild und auf dessen Basis alle Anwendungen: reduziert, nutzerorientiert, zurückhaltend – aber überzeugend. Oft gab es unbezahlbare, redaktionelle Berichterstattungen in Printmedien und dem Fernsehen. Das Glück hat eben auch der Tüchtige! Glück war dann natürlich auch die Zertifizierung als erster »Leading Quality Trail«, die man weiterhin als sehr wichtig betrachtet, denn »es reicht nicht, wenn wir etwas gut finden – es braucht objektive Standards«, da sind sich Kohler und sein Nachfolger Ronald Petrini einig. Eine Besonderheit am Lechweg ist sicherlich die Haltung aller Beteiligten: Man hat ein zwar primär touristisches Produkt entwickelt,

aber nicht gegen jemand, sondern für alle. Im Grunde sollte man Tourismus immer als Teil der Regionalentwicklung sehen – eben ohne Trennung in Einheimische und Gäste. Das steigert den Nutzen für alle, sorgt für Wertschöpfung und Wertschätzung: Denn der Bus fährt für jeden und die Wander-

wege sind auch bei den Bewohnern beliebt. »Die geben den Lechweg-Wandern oft ganz persönliche Tipps«, weiß Kohler zu berichten. So ist es in Summe ein zwar ambitioniertes, aber realistisches Ziel, dass ökonomische Anreize, die ökologisch sinnvoll sind, auch in solch strukturschwachen Gebieten die Menschen

im Tal halten und ihnen Perspektiven bieten können. Um diese nicht nur auf den unmittelbar touristischen Sektor zu beschränken, wurden die »Lechweg-Produkte« entwickelt. Hochwertige und regionale Lebensmittel stehen dabei im Vordergrund, die in einem einheitlichen Design erscheinen und konkrete Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen. So wird Landwirten, Käsereien und Bäckern eine Plattform geboten, mehr aus ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten zu machen.

Jetzt, nach fünf Jahren und einer unglaublich positiven Entwicklung, sieht Ronald Petrini – seit 2016 Obmann des Vereins – den Fokus auf der Qualität. Dazu gehört das Thema Sauberkeit und die Beschilderung. Eine weitere Aufgabe sind die »Lechschleifen«: »schöne Tageswanderungen auf halber Höhe, einfach zu begehen und in wunderbarer Kulisse« beschreibt Petrini diese Option oder Exkursion für alle Wanderer am Lechweg.

Überzeugt ist man auch davon, dass Erfolg nicht blind machen darf und Wachstum kein Selbstzweck ist.

Die Ruhe, die Natur, der Wildfluss sind das Wertvollste und brauchen weder Inszenierung noch allzu viel Marketing. Leise Töne sollen weiterhin die Kommunikation prägen – so stolz wie bescheiden im Angesicht dieser fragilen Schätze der Natur.

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